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COLOURLOCK-Fachhändler · Färbeverfahren

Pigmentiertes Glattleder fachgerecht färben.

Die ausführliche Färbeanleitung des Leitfadens gilt für oberflächengefärbtes Glattleder. Sie ist nicht unverändert auf Anilin- oder Rauleder übertragbar. Neben der Farbe braucht es Lackiererfahrung und einen dafür geeigneten Arbeitsplatz. Das Verfahren ist deshalb als zusammenhängender Schichtaufbau zu verstehen, dessen Haltbarkeit schon bei der Vorbereitung beginnt.

Material und Zugänglichkeit vor dem Aufbau klären

Zuerst wird geprüft, ob tatsächlich ein geeignetes pigmentiertes Glattleder vorliegt und ob die tragende Substanz noch stabil ist. Ein Wassertropfentest an einer passenden verdeckten Stelle kann Hinweise zur Saugfähigkeit liefern, ersetzt bei verschlissenen oder gemischten Oberflächen aber keine vollständige Einordnung. Soweit möglich werden die zu behandelnden Teile zugänglich gemacht. Nähte, Keder und Falten müssen ebenfalls erreicht werden; bei einer Umfärbung dürfen dort keine auffälligen Reste des ursprünglichen Tons bleiben. Stark poröses oder brüchiges Leder ist eine Grenze: Weder Pigmentfarbe noch Filler stellen die verlorene Festigkeit der Haut wieder her.

Reinigung und Reparatur schaffen die Basis

Staub wird aus Falten, Nähten und Kederbereichen entfernt. Sichtbarer Schmutz wird materialgerecht und mit begrenzter Feuchtigkeit gereinigt. Darauf folgt die zum System passende Entfettung, denn alte Pflegefilme können trotz sauberer Optik die Haftung stören. Behutsames Anschleifen und gründliches Entstauben gehören zur Vorbereitung. Raue Kanten, Trockenbrüche oder kleine Risse werden vor dem Farbauftrag gesondert bearbeitet. Passende Verklebung, Primer und Filler übernehmen dabei jeweils eigene Aufgaben. Die Füllung trocknet an der Luft und wird erst anschließend geglättet. Auf einem noch instabilen oder innen feuchten Reparaturaufbau ist eine schöne Farbe kein ausreichender Qualitätsnachweis.

Primer, Farbe und Top Coat dünn aufbauen

Leather Primer vermittelt die Haftung zwischen geeignetem Untergrund und Farbe. Danach wird die gefilterte Leather Colour in mehreren dünnen Spritzgängen aufgetragen. Falten und Kederkanten werden zuerst berücksichtigt. Der COLOURLOCK-Leitfaden betont, dass dicke Schichten die Stabilität verschlechtern können; Läufer sind kein Zeichen besonders guter Deckung. Zwischen den passenden Aufträgen werden die Schichten entsprechend dem Verfahren getrocknet. Der transparente Top Coat folgt auf die getrocknete Farbe und stellt Schutz, Glanz und Griff ein. Vernetzer gehören zur abgestimmten professionellen Anwendung, ihre hier widersprüchlichen Mengenangaben werden jedoch nicht als Mischrezept weitergegeben. Beim Spritzen verlangt der Leitfaden Absaugung und Atemschutz.

Das Ergebnis nach der Trocknung prüfen

Raue Spritzbereiche können im beschriebenen Ablauf mit einem sehr feinen Polierpad geglättet und anschließend gezielt nachbehandelt werden. Nach ausreichender Trocknung beziehungsweise Aushärtung folgen Reib- und Haftungsprüfungen. Ein gleichmäßiger Farbton allein zeigt nicht, ob der gesamte Aufbau gut haftet. Bei Abfärbung oder Ablösung müssen Ursache und Schichtaufbau geprüft werden; bloßes Weiterlackieren ersetzt keine richtige Vorbereitung. Die Nachpflege wird auf das System und den erreichten Zustand abgestimmt. Der Leitfaden unterscheidet dabei den ersten zusätzlichen Oberflächenschutz und eine spätere Pflege. Der konkrete Zeitpunkt und die passende Produktkombination richten sich nach der aktuellen Verarbeitungsanweisung.

Die Degreaser-Beschreibung auf PDF-Seite 21 und die Formulierung zum Farbübertrag auf Seite 64 stimmen nicht überein. Farbablösung wird hier nicht als allgemeines Reinigungsziel empfohlen. Numerische Vernetzerangaben bleiben ungeklärt.