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COLOURLOCK-Fachhändler · Andere Untergründe

Kunstleder und Kunststoff haben einen eigenen Farbablauf.

Kunstleder und harte Kunststoffteile besitzen keinen gegerbten Lederfaseraufbau. Auch untereinander unterscheiden sie sich deutlich: Eine flexible Sitzverkleidung reagiert anders als eine harte Blende. Der Leitfaden beschreibt deshalb einen eigenen Vorbereitungs- und Färbeweg. Materialzustand, Oberflächenbeständigkeit und geeignete Haftvermittlung stehen dabei vor dem eigentlichen Farbauftrag.

Die vorhandene Beschichtung beurteilen

Vor einer Farbänderung wird geprüft, welche Oberfläche vorliegt und ob sie für den Aufbau geeignet ist. Eine geschädigte Kunstlederbeschichtung darf nicht allein wegen ihrer lederähnlichen Optik nach dem Echtlederverfahren behandelt werden. Auch die Flexibilität und die spätere Nutzung gehören zur Auswahl von Reparaturmasse und Farbe. Der Leitfaden setzt für diese Arbeiten Lackiererfahrung und einen entsprechend ausgestatteten Arbeitsplatz voraus. Soweit möglich werden Verkleidungsteile demontiert oder zugänglich gemacht. Wie beim Glattleder sind Umfärbungen besonders aufwendig an Falten, Kanten und Vertiefungen. Diese Bereiche müssen geplant sein, bevor große freie Flächen optisch überzeugend eingefärbt werden.

Oberflächenvorbereitung und Plastic Primer unterscheiden

Zunächst werden Staub und normaler Schmutz aus Narbung, Nähten und Falten entfernt. Die ausführliche Anleitung beschreibt anschließend eine gezielte Vorbereitung geeigneter Flächen mit GLD Solvent. Weil dabei die Beschichtung angelöst werden kann, ist dies kein gewöhnlicher Reinigungsschritt für unbekannte Materialien. Bei glatten harten Kunststoffen, die damit keine passende Haftbasis ergeben, nennt der COLOURLOCK-Leitfaden Plastic Primer als zusätzliche dünne Haftvermittlung. Dieser Produktweg darf nicht mit einem dicken Auftrag von Leather Primer auf jedem Kunststoff gleichgesetzt werden. Die passende Reaktion des Untergrunds und die Verträglichkeit werden vorab geprüft, statt eine gesamte Bauteilfläche auf Verdacht zu bearbeiten.

Reparatur und Farbe materialgerecht auftragen

Geeignete raue Bereiche werden geglättet und entstaubt. Bei reparablen Rissen können Kleben und Hinterkleben notwendig sein; kleine Fehlstellen werden mit passender flexibler Masse ausgeglichen. Filler trocknet dabei an der Luft. Der COLOURLOCK-Leitfaden warnt an anderer Stelle ausdrücklich vor Überhitzung empfindlicher Kunstleder und Kunststoffe. Die gefilterte Farbe wird danach in dünnen Spritzgängen gleichmäßig aufgebaut. Eine stärkere Schicht ist nicht automatisch haltbarer und kann den Griff verschlechtern. Auch für Farbe und Finish nennt das System einen materialbezogenen Vernetzereinsatz. Wegen unterschiedlicher Dosierungen in den Kapiteln wird hier bewusst kein Zahlenrezept daraus abgeleitet.

Finish, Prüfung und Kunstlederschutz

Auf die getrocknete Farbe folgt der gefilterte Top Coat. Er gehört zum Farbaufbau und wird in passenden dünnen Lagen verarbeitet. Raue Stellen können entsprechend der Anleitung fein geglättet und bei Bedarf gezielt nachbehandelt werden. Nach der vorgesehenen Trocknung wird die Oberfläche auf Farbabrieb und ausreichenden Zusammenhalt geprüft. Der Leitfaden nennt für den anschließenden Schutz Artificial Leather Protector. Dieses Produkt hat eine andere Aufgabe als der Top Coat: Es ist eine Pflege beziehungsweise Schutzbehandlung auf der fertig aufgebauten Oberfläche. Ein solcher Abschluss ersetzt keine fehlende Haftung darunter. Farbton, Griff und Beständigkeit werden deshalb als unterschiedliche Merkmale des Ergebnisses betrachtet.

PDF-Seiten 37, 49, 66 und 67 enthalten unterschiedliche Vernetzer-Dosierungen. Vor praktischer Anwendung muss die aktuelle Herstelleranweisung für das konkrete Material und Produkt geklärt werden.