Durchbluten ist etwas anderes als schlechte Deckung
Bei ungenügender Deckung ist der Untergrund bereits nach dem Farbauftrag sichtbar. Durchbluten beschreibt dagegen ein erneutes Durchschlagen bestimmter Verfärbungen. Der Leitfaden nennt unter anderem Reifenabdrücke, Stifttinten, rückseitige Markierungen und Kleberdurchschlag. Die verursachenden Stoffe können schon so tief im Aufbau sitzen, dass selbst eine intensive geeignete Reinigung sie nicht vollständig erreicht. Deshalb kann eine frisch einheitliche Fläche später wieder fleckig erscheinen. Die entscheidende Frage lautet, ob noch ein oberflächlicher Rückstand vorliegt oder eine wandernde Verfärbung aus dem Untergrund. Erst daraus ergibt sich, ob ein Sperraufbau überhaupt notwendig ist.
So viel Ursache wie möglich entfernen
Vor der Sperrschicht werden normaler Schmutz und haftungsstörende Rückstände materialgerecht entfernt. Verfärbungen werden mit dem für Oberfläche und Ursache passenden Verfahren so weit wie möglich reduziert. Der Leitfaden nennt je nach Fall auch Spezialprodukte für Fett- oder Tintenreste. Das ist kein Auftrag zu beliebig starkem Reiben: GLD greift in den Farbaufbau ein, und bereits verlorene Farbe darf nicht mit verbliebenem Schmutz verwechselt werden. Nach der Vorbereitung muss die Fläche ausreichend trocknen und passend entstaubt sein. Eine Sperrschicht über Fett, Reinigerresten oder einem instabilen Untergrund löst das Haftungsproblem nicht. Sie ergänzt einen vorbereiteten Aufbau.
Der Blocker kommt vor die Grundierung
Eine wichtige Reihenfolge im Leitfaden lautet: Blocker auf den vorbereiteten Bereich, danach der weitere Farbaufbau. Vor dem Blocker soll keine Grundierung liegen. Die Sperrschicht wird in dünnen, jeweils getrockneten Aufträgen verarbeitet. Kleine Bereiche werden mit dem Schwamm getupft, größere lassen sich im dafür ausgestatteten Arbeitsablauf spritzen. Unebenheiten werden kontrolliert angeglichen, ohne die notwendige Sperrwirkung wieder zu verlieren. Bei perforiertem Leder müssen die Öffnungen vor dem Trocknen frei bleiben. Dieses Detail verhindert, dass die zusätzliche Schicht das vorhandene Materialbild unnötig verschließt. Ein dicker deckender Farbauftrag übernimmt diese Sperrfunktion nicht einfach mit.
Sperrwirkung und fertige Oberfläche beurteilen
Erst nach der geeigneten Sperrschicht werden Farbe und Finish passend zum pigmentierten Glattleder aufgebaut. Der Blocker ist weder ein eigenständiger Endanstrich noch eine normale Lederpflege. Seine Aufgabe liegt unter dem sichtbaren Abschluss. Beim Ergebnis werden deshalb mehrere Fragen getrennt: Ist der Fleck ausreichend reduziert beziehungsweise gesperrt? Ist die Oberfläche gleichmäßig? Stimmen Narbung und Glanz? Haftet der gesamte Aufbau? Der Leitfaden beschreibt ein Fachverfahren für bestimmte Problemfälle, keine universelle Überlackierung jeder dunklen Stelle. Wenn eine Verfärbung mit bereits zerstörtem oder instabilem Material verbunden ist, kann eine Sperrschicht diese zusätzliche Ursache nicht beseitigen.
Blocker vor einer Färbung und Fixativ vor einer Lederwäsche sind verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Aufgaben. Erst die Ursache einordnen, dann das passende Verfahren wählen.